Wozu braucht es eigentlich Haltung in der Kommunikation?

Vertrauen, Akzeptanz, Glaubwürdigkeit – Begriffe, mit denen wir tagtäglich als Kommunikationsberater umgehen. Sie sind fester Teil der Grundwährung, auf Basis dessen Unternehmen handeln und fortbestehen. Kommunikation ist hierbei ein wesentlicher Bestandteil, weil sie dazu beiträgt, dass Unternehmen als authentische und glaubwürdige Akteure wahrgenommen werden. Die Frage lautet: Warum dann überhaupt Haltung? Wozu braucht es sie in diesem Kontext?

Die Antwort sollte selbstverständlich sein: Als Teil unserer Gesellschaft haben Unternehmen direkten oder indirekten Einfluss auf das Leben vieler Menschen. Deshalb erwarten immer mehr Menschen, dass sich Unternehmen dieser Verantwortung bewusst werden und sich engagieren. Dies wird in vielen Teilen bereits über CSR oder Sponsoring umgesetzt. Doch klare Haltungen zu aktuell gesellschaftspolitischen Themen bleiben häufig aus, wie wir etwa in Bezug auf den Hambacher Forst oder die Vorfälle in Chemnitz in diesem Jahr sehen.

Dabei zeigt eine aktuelle Studie der Agentur JP KOM: Knapp jeder dritte Deutsche (31,4 Prozent) fordert eine politische Haltung von Unternehmen in der Öffentlichkeit. Dies gilt umso mehr für jüngere Zielgruppen von 18 bis 49 Jahre (34 Prozent) und im Besonderen für Studenten (53,2 Prozent). Haltung scheint also eine Generationsfrage zu sein. Sogar auch bei der Kaufentscheidung: 50 Prozent der Menschen im Alter von 30 bis 39 würden vermehrt von Unternehmen kaufen, deren Haltung sie teilen. Wieso scheuen sich also immer noch viele Unternehmen, obwohl sich eine klare Haltung immer mehr Menschen von ihnen wünschen? Die Zurückhaltung hat sicherlich damit zu tun, dass es für Unternehmen lange als “ungeschriebenes Gesetz” galt, keine politische Haltung zu beziehen, um Vertrauens- und Reputationsverlust zu vermeiden. Dabei kann eine klare Haltung – wenn man sich nur traut – genau dies fördern.

Haltung: Vertrauen durch Glaubwürdigkeit schaffen

Doch wie? Eine klare Haltung dient in Zeiten von VUCA (volatilityuncertaintycomplexity und ambiguity) als Orientierung und stärkt die Markenwahrnehmung: Erfolgreiche Unternehmen bestechen durch einen klaren Wertekompass und klare Markenbotschaften. Zunehmend definieren sich Unternehmen über ihre Werte und fußen auf einer klaren Haltung, z.B. im Bereich Tierschutz oder Nachhaltigkeit. So können sie sich von der Masse abheben und den Unterschied machen. Doch dies impliziert auch: Haltung geht weit über die rein kommunikative Dimension hinaus. Denn Haltung heißt, einer Überzeugung folgen und für diese einstehen. Worte und Taten sind also eng miteinander verbunden. Eine Haltung kann niemals nur leere Worthülse sein, sondern muss im Unternehmen gelebt werden – in all ihren Dimensionen. Umso wichtiger ist: Die Haltung muss zum Unternehmen und zur Strategie passen. Also in der Markenidentität und Unternehmenskultur verankert sein. Denn Haltung beziehen, bedeutet auch „aushalten“ können und dies gelingt nur, wenn Unternehmen wahrhaftig hinter dem stehen, was sie vertreten.

Kommunikationsverantwortliche als Augen und Ohren der Unternehmen

Die Kommunikation starker Botschaften und ein klarer Wertekompass können aber nur die halbe Wahrheit in Sachen Haltung sein. Denn was bringt sie, wenn man nicht bemerkt, was um einen herum passiert? Deshalb sind aktives Zuhören und echtes Interesse an der Außenwelt – auch jenseits wirtschaftlicher Interessen – wesentliche Faktoren, die wir als Kommunikatoren beherzigen müssen. Denn sie sind fester Bestandteil einer Haltung und ermöglichen diese erst. Unternehmen dürfen also nicht taub sein für andere Argumente, müssen aber gleichzeitig ihre Interessen wahren. Hier sind wir als Kommunikatoren und Berater besonders gefragt, diesen Balanceakt zu meistern, da Haltung am Ende auch machbar bleiben muss. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir aber, der mutige Schritt in die Öffentlichkeit lohnt sich: Denn diejenigen Kunden, die Mut beweisen und Haltung zeigen, werden am Ende mit Aufmerksamkeit und Vertrauen von ihren Stakeholdern belohnt.

#HaltunginderKommunikation #KommunikationmitHaltung #rlvnt #Meinung

Dies ist ein Beitrag von Juliane Gerstenberg zur Blogparade “Haltung in der Kommunikation: Fake oder echter Trend?” initiiert von Meike Leopold. Weitere Informationen dazu hier.

Ein Tag als Werkstudent bei rlvnt mit Laura

Seit April unterstützt Laura uns als Werkstudentin in der Agentur, dadurch bekommt sie schon während ihres Studiums die Möglichkeit, Berufserfahrung im Bereich Public Relations zu sammeln. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Text- und Präsentationserstellung sowie Recherche zu den verschiedenen Themen der Kunden – wir legen viel Wert darauf, den Aufgabenbereich unserer Werkstudenten vielseitig zu gestalten, sodass sie immer Neues dazulernen können.

Ich kann mir meine Arbeitszeiten flexibel einteilen, sodass sie mit der Uni gut vereinbar sind. Laura

Laura ist bis zu 15 Stunden in der Woche bei uns tätig, die Arbeitszeit kann sie dadurch perfekt an den Stundenplan in der Uni anpassen. Heute nimmt sie uns auf Snapchat mit und erzählt, wie ein typischer Tag als WerkstudentIn bei rlvnt so aussieht:


Ein guter Start in den Tag

Morgens fahre ich meist mit dem Fahrrad ins Büro. So kann ich Energie für den Tag tanken, komme so aber nach Feierabend auch am schnellsten zum Uni Campus. Für einen guten Start in den Tag gibt es an der büroeigenen Kaffeebar immer leckeren Kaffee und dazu einen kurzen Austausch unter Kollegen – am beliebtesten ist dabei, neben PR-relvanten Themen, auch der neuste Klatsch aus diversen Trash-TV-Sendungen. 

Danach checke ich meine Mails und schaue in den Terminkalender, um mir eine To-Do-Liste für den Tag zu schreiben. Heute stehen eine Präsentationserstellung, ein Meeting mit unserem Grafiker sowie ein Brainstorming auf dem Plan. Meistens bleibe ich vier bis fünf Stunden am Tag im Büro. Genug Zeit, alle anstehenden Aufgaben zu bearbeiten. Ich beginne direkt mit der Präsentation, die Recherche dazu habe ich bereits in den letzten Tagen fertiggestellt.  Nun müssen die Inhalte nur noch verständlich und ansprechend dargestellt werden, damit sie bis zum Ende der Woche bei unserem Auftraggeber liegen.

Mehr als nur Büroarbeit

Eine Stunde später klingelt es an der Tür: der Grafiker ist da. Wir werden einige Vorführmodelle für Produktverpackungen gestalten, die unser Kunde schon morgen früh in München erwartet – eine nette und kreative Abwechslung zur täglichen Schreibtischarbeit. Die vom Grafiker vorbeireiten Schablonen passen exakt auf die Leerverpackungen und wir werden schneller fertig als geplant.

Nun liegt es am Kurier, unsere Arbeit pünktlich zum Kunden zu liefern. Während die Muster auf dem Weg nach Süddeutschland sind, bin ich schon im nächsten Meeting. Gemeinsam mit drei meiner Kollegen sitze ich im „Konfi”, unserem Besprechungsraum mit einer riesigen Tafelwand, die sich ausgezeichnet dafür eignet, Gedanken zu sammeln, aufzuschreiben und zu vertiefen. Für einen neuen Kunden werden wir die nächste Stunde brainstormen und gemeinsam an kreativen Ideen für eine Kampagne arbeiten. Zusammenhalt und Teamwork sind zwei der Dinge, die mir bei rlvnt sehr gut gefallen. Wir arbeiten in kleinen Teams an verschiedenen Projekten, sodass jeder seine Stärken einbringen kann und wir gemeinsam das Bestmögliche für unsere Kunden herausholen.

Es ist spannend für sowohl regionale, als auch internationale Kunden zu arbeiten. Langeweile kommt dabei nicht auf. Laura


Nicht ohne mein Team !

Nach dem Brainstorming macht sich langsam der Hunger bemerkbar, gutes Timing für die Mittagspause, die wir immer alle zusammen in unserem Pausenraum verbringen. Vor Kurzem haben unsere rlvnt Kitchen stories wieder gestartet. Das bedeutet, jeden Freitag kocht eine Person aus dem Team für  alle sein Lieblingsgericht. Das ist nicht nur sehr lecker, sondern stärkt auch die Gemeinschaft. Nach der gemeinsamen Mittagspause ist für mich bereits Feierabend, zumindest hier im Büro. Tatsächlich habe ich noch ein Seminar in der Uni. Ich packe also meine Sachen, verabschiede mich von den Kollegen und fahre Richtung Campus. Dabei freue ich mich schon wieder auf den nächsten Tag.

 

 

 

Danke an meine Kollegen für die Hilfe bei der künstlerischen Untermalung des Beitrags durch Selfies. 😉

 

 

Wir alle sind #hannoverbunden

Storydoing: Rein ins Abenteuer

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Text aufbaue. „10 Dinge, die man bei Image-Kampagnen beachten muss“ hat jeder mittlerweile schon tausend Mal gelesen, aber das passt nicht zu uns und unseren Kunden. Wir leben die Philosophie des Storydoings. Wer Menschen heute erreichen möchte, muss sie berühren, für sie relevant sein. Menschen dazu bewegen, etwas zu empfinden, Emotionen wie Freude, Genuss oder Aufregung erzeugen, sodass sie eine Gänsehaut bekommen, das sind die Motoren, die Menschen für eine Marke oder ein Produkt begeistern. Wie Walt Disney einst sagte: „Wenn dir jemand nicht mehr aus dem Kopf geht, gehört er in dein Herz.“

Meine Reise zum Mittelpunkt des Storydoing!

Aber was bedeutet es eigentlich, nicht nur über etwas zu reden, sondern es wirklich zu leben? Unser Kunde, die Privatbrauerei Herrenhausen, feiert in diesem Jahr 150-jähriges Jubiläum. Im August 2017 ging die Planung los. Die zentrale Frage war: Wie machen wir den 150. Geburtstag von „Herri“ – so der liebevolle Spitzname der Hannoveraner für das Premium Pilsener der Privatbrauerei Herrenhausen – zu etwas ganz Besonderem. Wie können wir etwas schaffen, das sich in den Köpfen der Menschen festsetzt? Dabei ging es nicht nur ums Feiern, die Brauerei wollte sich darüber hinaus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und etwas zurückgeben. Wir alle kennen „Trinken für den Regenwald“, aber zu „Herri“ passt das beim besten Willen nicht. Da „Herri“ eine echte Lovebrand hier in Hannover ist, sollte das Jubiläum auf jeden Fall in Zusammenhang mit der Stadt stehen.

Ich selbst lebte zu der Zeit allerdings erst seit zwei Monaten in Hannover und hatte absolut keine Ahnung, was das Besondere an dieser Stadt ist oder was sie ausmacht. Also sind wir auf die Straße gegangen, haben Interviews geführt und die Bars, Kneipen und Kultclubs abgeklappert. Eine Feldstudie quasi 😉 Dann nach einigen Brainstorming-Runden, vielen Papierkorb-Ideen und der ein oder anderen langen Nacht mit „Herri“ hatten wir eine erste Idee.

Die Helden-Story

„Wir brauchen einen Monomythos, eine echte Helden-Story.“ In unseren Köpfen fing es sofort an zu rattern: Gladiator, Bad Man, Troja… Die Geschichten der großen Helden unserer Kindheit. Sie sind ein Teil unseres kollektiven menschlichen Gedankenguts. Keine andere Art von Geschichten beeinflusst uns so sehr wie Heldengeschichten. Ihre tiefgehende Wirkung spricht unsere innersten Gefühle an und erzeugt bei jedem bestimmte Bilder im Kopf. Jeder kann sich direkt mit seinem Helden identifizieren. So wird die Geschichte von der Reise des Helden zur eigenen.

„Also, Herri in ‘ner Rüstung.“

Nein, so natürlich nicht. Da wir keinen Joker als Gegner aus dem Hut ziehen konnten, haben wir einmal einen Blick zurück gewagt. Denn jeder Held braucht eine Hürde, eine Aufgabe, die er erfolgreich bewältigen muss.

Zack gefunden!

Vor knapp acht Jahren hat niemand an eine Zukunft für die Privatbrauerei Herrenhausen geglaubt. 2010 ist die Brauerei mit einer horrenden Summe in die Insolvenz geraten. Daraufhin haben sich die Hannoveraner gemeinsam für den Erhalt ihrer Marke eingesetzt. Über 6.500 Leute haben sich über Facebook-Gruppen vernetzt und dezentral in Hannover getroffen, um die Brauerei zu unterstützen. Ohne die Hilfe der Fans und der neuen Eigentümerfamilie würde es die Herrenhäuser Brauerei heute in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr geben. Die Solidarität, die der Brauerei in dieser schweren Stunde entgegengebracht wurde, war perfekt für unsere Helden-Story und hätte kein Autor besser schreiben können.

So weit, so gut. Aber was jetzt?

Wir wollten nichts erfinden, sondern mit der Marke aktiv werden, anpacken, die damals entgegengebrachte Solidarität in gleichem Maße zurückgeben und Danke sagen. Etwas Nachhaltiges schaffen, keine Eintagsfliege.

Und da war sie plötzlich: Die Idee der Ideen – anders, heldenhaft, verbunden mit der Stadt.

Gemeinsam wollen wir diejenigen, die tagtäglich in dieser Stadt Unglaubliches leisten, unterstützen. Wir schaffen eine Plattform von und für Hannover, die lokalen und ehrenamtlichen Projekten, die sonst über keine Stimme in der Öffentlichkeit verfügen, Gehör verschafft. Einen Namen hatten wir auch relativ schnell gefunden: hannoverbunden. Danke für den tollen Namen an Jan Jaspersen von Dievision!

Wow, das gab es so noch nie!

Aber damit das ganze Projekt von Anfang an Fahrt aufnehmen kann, brauchten wir Partner. Klinkenputzen war also angesagt. Doch unser Vorhaben wurde super aufgenommen, sodass wir schnell eine Vielzahl an Unterstützern an unserer Seite hatten.

  • Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Stadt Hannover und Schirmherr des Projekts,
  • Reinhold Fahlbusch, Vorsteher der Johann Jobst Wagnerschen Stiftung,
  • Tobias Kunze, Poetry-Slammer und Autor,
  • Oliver Perau, Sänger von Terry Hoax und Mitglied von Klang und Leben,
  • Monika Stadtmüller, Vorsitzende des Seniorenbeirats,
  • das PLATZprojekt
  • Katharina Rünger, Direktionassistentin der Museen für Kulturgeschichte Hannover,
  • Alice Moser, Kulturbüro Hannover für UNESCO City of Music,
  • Radio21,
  • das Team vom SNNTG-Festival,
  • Turn-Klub Hannover (größter Verein Hannovers),
  • Astor Grand Cinema (Deutschlands größtes Premiumkino),
  • Hannover Indians (Kult-Eishockeyklub aus Hannover),
  • DESiMO (Comedy, Kabarett, Kleinkunst Hannoveraner),
  • das Fahrgastfernsehen (Trailer in jeder U-Bahn und jeder Station)

Doch wie starten wir die ganze Aktion und bringen ganz Hannover zusammen?

Liebeserklärung an Hannover – Herri verschickt Liebesbriefe

Am 24. Mai 2018 wurde ein Brief an 145.000 Haushalte in Hannover verschickt. Es handelte sich dabei um einen Liebesbrief an die Stadt, geschrieben von Tobias Kunze, einem der bekanntesten Poetry-Slammer Hannovers. Es ging darum, die Liebe von Herri zu dieser besonderen Stadt zu bekunden. Und eben weil Herri Hannover liebt, mit allen Ecken und Kanten, soll dieser wunderbaren Stadt etwas Gutes getan werden. Alle Hannoveraner wurden mit dem Brief dazu eingeladen, diese Liebe zu teilen. Die Resonanz auf den Social Media-Kanälen war überwältigend. Von purer Begeisterung bis hin zu wehmütigen Reaktionen von fortgezogenen Hannoveranern. Der Brief war gleichzeitig eine Einladung zum großen Jubiläumsfest der Privatbrauerei Herrenhausen auf dem Kröpcke – dem offiziellen Startschuss des Jubiläums und der Website hannoverbunden.

Dann kam der Tag der Tage: Mitten in der City stellte die Brauerei ihr Vorhaben und die neu geschaffene Plattform hannoverbunden vor. Im Anschluss wurde gemeinsam mit den Hannoveranern zur Musik der hannoverschen Kultbands Terry Hoax und Ich kann fliegen gefeiert. Ein ganz besonderer und denkwürdiger Abend mit mehr als 5.000 Menschen und ein gelungener Einstieg in das Jubiläumsjahr.

Das Ergebnis: Eine Medienreichweite von 45 Mio., eine digitale Out-of-Home-Reichweite von 6,5 Mio., 2.000 Zugriffe auf die Website am Tag danach. Und das war nur der Anfang, denn die Kampagne geht noch das ganze Jahr weiter – mit vielen tollen Geschichten und Highlights und gemeinsam mit der neuen Community. Es ist beeindruckend, wie solidarisch die Menschen in dieser so unterschätzten Stadt sind.

Fazit

Storydoing funktioniert. Marken müssen da sein, wo ihre Zielgruppe ist. Niemand mag erfundene Geschichten – echte Erlebnisse und echte Helden schaffen langfristig Begeisterung, Sympathie und Aufmerksamkeit. So können wir unsere Zielgruppen nicht nur begeistern, sondern kreieren inspirierende Metastorys, die Unternehmen auf die nächste Stufe heben und sie von Erzählern in tatsächlich Handelnde verwandeln.

Gruß die rlvnts

Autor: Nils Feuser

Moderne Medienarbeit – in einer rasant verändernden Medienlandschaft

Take a look-get some insights: Am Montag trafen wir uns wieder mit dem Nachwuchs der Branche. Dieses Mal waren wir Gastgeber für sieben Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Gemeinsam mit den Studierenden haben wir über das Thema „Zeitgemäße Medienarbeit – in einer rasant verändernden Medienlandschaft“ diskutiert. Dabei sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass im Zuge der Digitalisierung relevante Themen gezielter an Journalisten kommuniziert werden müssen.

Die Digitalisierung verändert die Medienlandschaft

Die Medienlandschaft befindet sich in einem andauernden und stetig schneller werdenden Veränderungsprozess. Eine der treibenden Kräfte dafür ist die Digitalisierung, denn aufgrund dessen verändert sich nicht nur das “Konsumverhalten” der Kundschaft, sondern auch die Medien selbst. Die Anzahl der klassischen Printmedien nimmt zunehmend ab, wohingegen Digitalmedien hinsichtlich Anzahl und Bedeutung innerhalb der Zielgruppen auf dem Vormarsch sind. Das wiederum macht es erforderlich, relevante Themen gezielt an ausgewählte Medien und Journalisten zu kommunizieren, die sich heutzutage einer Flut an Informationen gegenübersehen und die schwierige Aufgabe haben, für Ihre Leserschaft Interessantes von Irrelevantem zu trennen.

Die Gießkanne gehört in den Garten

Redaktionen und die entsprechenden Journalisten erhalten täglich unzählige irrelevante oder unbrauchbare Informationen. Um ein Thema oder eine Botschaft gezielt in einem Medium zu platzieren, ist anstelle einer generierten Rundmail, die individuelle Ansprache der Medien von großer Bedeutung. Die Information sollte exklusiv und auf das Medium sowie den Journalisten zugeschnitten sein. Es ist nicht das Ziel, die eigene Geschichte exakt abdrucken zu lassen, sondern ein wert- und vertrauensvoller Ansprechpartner für den Journalisten zu sein. Nur so gelingt eine gezielte Platzierung eigener Botschaften in den Medien.

Recherche ist alles – gezielte Medienarbeit

Eine differenzierte Medienansprache erfordert eine intensive und sorgfältige Recherche. Mittels PR-Tools wie Zimpel oder Cision kann man geeignete Medien, Ressorts, Redakteure und deren Veröffentlichungen im Vorfeld recherchieren. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, Verteiler zu erstellen, Pressemitteilungen zu versenden und schlussendlich auch einen Monitoring-Prozess anzulegen. Somit sparen Kommunikationsverantwortliche durch diese Software-Lösungen eine Menge wertvoller Zeit.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Das Timing für die Kontaktaufnahme mit Redakteuren spielt eine wichtige Rolle für die Platzierung einer Geschichte. Deswegen ist es von Vorteil, interne Tagesabläufe und Prozesse von Redaktionen zu kennen, um die Journalisten zum bestmöglichsten Zeitpunkt zu erreichen. In der Regel ist dies am späteren Vormittag, mittags oder am frühen Nachmittag der Fall. Anrufe am frühen Morgen sowie am späten Nachmittag sind aufgrund von Redaktionskonferenzen und Redaktionsschlüssen zu vermeiden. Dies ist meist gleichbedeutend mit einer sicheren Absage an jede noch so gute Story.

 

Es war mal wieder ein sehr netter und aufschlussreicher Abend mit vielen neuen Gesichtern. Wir freuen uns auf die nächste Runde – das kommende Motto lautet: “Raus aus der Theorie und rein in die Praxis!”

Unsere Top-Themen zum Jahr 2018

Was bringt das Jahr 2018?

Die großen Buzzwords wie Digitalisierung und Augmented und Virtual Reality, die aktuell die Kommunikationsbranche verändern und bewegen, stehen natürlich auch bei uns auf der Agenda. Aber was ist wirklich neu daran? Eigentlich nur die Technik, denn die Kommunikation bleibt bestehen. Denken wir einmal zurück an die Entstehung unserer Zunft, als Mad Man in den 60ern von Plakat-Werbung zu Film wechseln musste. Mit Whiskey und Zigarette in der Hand und auf die NYC Skyline blickend musste er sich plötzlich neue Wege überlegen, mit den Menschen zu kommunizieren. Doch dann wurde schnell klar, dass diese neue Art von Interaktion und Kommunikation ungeahnte Möglichkeiten bietet. Genauso ist es heute auch –  was bleibt, ist die Kommunikation. Wir ändern nur die Art zu sprechen, aber sprechen werden wir immer.

Unsere Branche wandert seit Jahren zunehmend aus dem klassischen Printsektor in die digitale Welt: Informationen müssen immer schneller und kleinteiliger aufbereitet werden. Content – das Buzzword 2017. „Wir können alles verkaufen, solange wir eine gute Geschichte dazu erzählen können.“ Aber ist es wirklich so? Ja, denn Produkte verkaufen sich heute nicht mehr nur weil sie da sind. Menschen wollen von einer Marke überzeugt und vor allem emotional von ihr in den Bann gezogen werden. Unsere Branche muss mit dem Wandel der Zeit gehen und darf sich nicht wie Mad Man darüber echauffieren, dass eine Verschiebung der Medien stattfindet.

Kommunikatoren müssen sich in der heutigen Zeit in die jeweiligen Zielgruppen einfühlen und mit ihr interagieren. Wir dürfen nicht mehr einfach nur stören – wir müssen nahtlos mit unseren Zielgruppen eins werden, für sie greifbar werden und unseren Marken eine Persönlichkeit geben. DON´T BE JUST FUNNY, BE RLVNT! Das ist nicht nur in diesem Jahr unser Ziel. Dieser Herausforderung stellen wir uns als inhabergeführte Kommunikationsagentur schon seit der Gründung. Wir begeben uns auf eine Ebene mit den Zielgruppen unserer Kunden und versuchen, ihre Interessen und Wünsche zu verstehen. Nur so können wir Kommunikationsstrategien entwickeln, die langfristig ausgelegt sind und Marken wachsen lassen.

Unsere Top-Themen

Anpfiff und GO: Auftakt für das Jahr 2018. Und nicht nur die WM ist das große Highlight in diesem Jahr. Nein, weit gefehlt! Auch bei uns jagt dieses Jahr ein spannendes Projekt das nächste und wir freuen uns auf jede Menge neue Herausforderungen. Drei Themen werden uns in diesem Jahr besonders umtreiben:

Thema 1: Die redaktionelle Transformation von Kommunikationsabteilungen

Ja, man könnte es auch digitale Transformation nennen. Aber das eigentlich Spannende ist doch, dass viele Unternehmen vor dem Hintergrund der notwendigen Professionalisierung ihrer Kommunikation mittlerweile abteilungsübergreifende redaktionelle Prozesse einführen. Der aus den Medien bekannte Newsroom ist hier eine perfekte Vorlage für Strategie-, Struktur- und Organisationsprozesse, die vor allem von B2B-Unternehmen angeschoben werden. Aber auch im B2C-Bereich bietet er Unternehmen die Möglichkeit, abteilungsübergreifende Kommunikation zu realisieren und diese in einer einheitlichen CI und CD auszuspielen.

Wir haben dieses Jahr die spannende Aufgabe, gleich mehrere Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten (mehr dazu in Kürze). Dabei stützen wir uns auf unsere Erfahrungen aus vergangenen Kundenprojekten sowie auf die langjährigen Erfahrungen von Matthias Biebl, die er als Kommunikationsverantwortlicher bei McDonald’s und Danone gesammelt hat. Matthias Biebl: „Eine erfolgreiche Newsroom-Implementierung basiert auf der Individualität jedes Unternehmens. Jeder dieser Prozesse ist stark abhängig von der Unternehmensstruktur. Allen gemein ist jedoch die Tatsache, dass es sich in erster Linie um einen internen Stakeholderprozess handelt, denn ohne die Bereitschaft zur abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit funktioniert es mit dem Newsroom nicht.“

Thema 2: Datenbasierte Media Relations

Auch die Media Relations erleben eine Transformation. Media Relations mögen im Vergleich zum Storytelling merklich weniger „sexy“ erscheinen. Nichtsdestotrotz spielen sie auch im heutigen Zeitalter eine wesentliche Rolle im PR-Instrumentarium.

Aber warum ist das so?

  • In der immer größer werdenden Content-Flut erhält der etablierte Medienmarkt wieder eine wichtige Funktion, besonders wenn es um die Einordnung unabhängiger Information geht. Im Gegensatz zu Sascha Pallenberg glauben wir, dass sich Kommunikation noch immer durch einen bunten Mix an Plattformen auszeichnet und Menschen sich sehr viel differenzierter die für sie notwendigen Informationen beschaffen als wir denken. Wir können nicht einfach nur in schwarz und weiß denken. Auch starke Unternehmesmarken brauchen unabhängige Plattformen, die über sie berichten und das sind heute mehr als in den letzten 5 Jahren die klassischen Medien. Aber Obacht: Wir sprechen nicht nur von Print, denn auch die großen Medienhäuser durchlaufen die digitale Transformation.
  • Media Relations sind aus der Perspektive von SEO und Performance-Marketing eine mächtige und wertvolle Waffe und unterstützen die Lead-Generierung ungemein. Durch die digitale Transformation kommen plötzlich Bereiche zusammen, die zuvor nur wenig miteinander zu tun hatten. SEO-optimierte Pressemeldungen haben heute die Chance, ein ganz neues Level in Sachen Reichweiten und Lead-Generierung zu erreichen.

Aber was bedeutet denn nun eigentlich datenbasierte Media Relations? Medienhäuser verlassen sich heute immer seltener auf die journalistische Erfahrung ihrer Redaktionen, wenn es um die Auswahl und Platzierung von Geschichten geht. Vielmehr entscheiden sie auf der Grundlage von Daten. Engagement- und Reichweitenzahlen werden essenzielle Faktoren zur Beurteilung der Qualität journalistischer Texte. Eine Geschichte, die online funktioniert, hat beste Chancen, auch ins Blatt gehoben zu werden. Kommunikation basiert heutzutage auf Algorithmen – genauso wie Suchmaschinen und Social Media Plattformen, die immer schlauer werden, wenn es darum geht, irrelevante Inhalte aus Content-Streams herauszufiltern. Ohne vernünftige Datengrundlage kann Agenturberatung daher heute nicht mehr funktionieren. Eine Idee muss die jeweiligen Relevanzfilter der Marken und Zielgruppen durchlaufen. Wir müssen verstehen, wie wir Daten nutzen können, um die Zielgruppen unserer Kunden zu verstehen. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns zurzeit sehr intensiv. Viele Informationen sind bereits verfügbar. Doch das Spannende ist, den großen Wust an Daten intelligent miteinander zu verknüpfen um daraus die wirklich relevanten Schlüsse zu ziehen. Noch haben wir das ideale Setting hierfür nicht gefunden. Aber unser Digital-Team arbeitet an einer interdisziplinären Lösung.

Thema 3: Digitale Markenführung in Franchise-Systemen

Zugegeben, ein sehr spezielles Thema, das sehr mit der Herkunft unserer Geschäftsführer und unserer derzeitigen Arbeit für McDonald’s Franchise-Nehmer zu tun hat. Bereits vor zwei Jahren hat Matthias Biebl dazu einen Workshop beim Deutschen Franchise-Institut gehalten, denn wir sind der festen Überzeugung, dass sich das Thema Markenführung in Franchise-Systemen gravierend verändert hat. Wer die immanente Viralität eines Franchise-Systems begriffen hat und diese zu nutzen weiß, kann sich eine starke Wettbewerbsposition aufbauen und aus einem vermeintlichen Nachteil einer Organisationsstruktur mit dezentralen Vertriebsstrukturen einen Vorteil gegenüber rein digitalen Vertriebsformen machen.

Franchise-Systeme leben davon, dass sie ein Verbund aus zahlreichen mittelständischen, lokalen bzw. regionalen Unternehmen und Unternehmern sind. Lokale Relevanz ist also Teil der DNA und eine Stärke, über die Amazon & Co. in dieser Form nicht verfügen.

Die große Herausforderung: Um relevante und erfolgreiche Social Media-Kommunikation auf lokaler Ebene zu betreiben (und zu finanzieren), ist ein Mindestaufwand erforderlich, der die meisten Franchise-Nehmer zeitlich wie finanziell meist überfordert. Hier ist also eine smarte Lösung gefragt. Unsere wollen wir in Kürze ausrollen.

Ihr seht, das Jahr 2018 wird in jeder Hinsicht spannend!

Gruß die rlvnts

Autoren: Matthias Biebl u. Nils Feuser

Rlvnt Insights zu „Wenn Worte meine Sprache wären!”

Take a look-get some insights – Die rlvnt Insights gingen in die zweite Runde: Gemeinsam mit PR-Studierenden der Hochschule Hannover beschäftigten wir uns mit dem Thema Schreiben. Dabei gab es das eine oder andere Aha-Erlebnis: Viele Fehler machen wir tagtäglich, ohne dass wir sie wahrnehmen. Synonyme, Superlative und Verneinungen machen das Lesen schwer. Wichtigste Erkenntnis: Bildlich soll es sein – wenn wir Kopfkino erzeugen, bleiben wir im Gedächtnis.

 

Spieglein, Spieglein an der Wand, habe ich das richtige Instrument zur Hand

Schon die Zeile des bekannten Songs von Tim Bendzko, „Wenn Worte meine Sprache wären“, bringt es auf den Punkt: Jedes Wort zählt! Aber was hat das virtuose Spiel des Pianisten Lang Lang mit dem Schreiben und Verfassen von Texten zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, jedoch erkennt man bei genauerer Betrachtung, wie beim Künstler das Klavier, so ist in der PR die Sprache unser Instrument. Denn die Kunst besteht darin, dass wir Worte richtig anwenden, um Menschen zu verzaubern und zu berühren.

 

Verkäufer von guten Ideen

Wörter gibt es unendlich viele, Akzente und Dialekte erschweren dies, aber gerade die richtige Verwendung von Worten ist im Bereich der PR von Bedeutung.

Denn wir sind Verkäufer von guten Ideen, moderne Geschichtenerzähler.Matthias Biebl erzählte Anekdoten aus seinem eigenem Berufsleben von seinen eigenen Erfahrungen, und gab hilfreiche Tipps zur visuellen und inhaltlichen Gestaltung von Texten.

So wies er darauf hin, dass Zitate Texte zum Leben erwecken. Auch die Rechtschreibung sei bedeutend, da jeder Fehler eine Botschaft aussende: „Dass man dem Absender nicht zu 100% vertrauen kann.“

So erhielten nicht nur die Studierenden viele hilfreiche Tipps, auch wir als Team waren mittendrin, denn bei uns in der Agentur lernt jeder von jedem und immer miteinander und nicht nur voneinander.

 

Framing-zwischen Manipulation von Sprache und Genialität

Außerdem betrachteten wir an diesem Abend das Thema Framing und setzten uns mit den Ansätzen der Autorin und Linguistin Elisabeth Wehling auseinander. Sprache und Worte beeinflussen unser Verhalten und Denken.

Insbesondere in der Politik wird dieses Instrument des bewussten Einsatzes von Sprache verwendet, um Meinungen zu beeinflussen und zu lenken. Matthias Biebl: „So sollten wir uns als Geschichtenerzähler bewusst sein über unsere Verantwortung der öffentlichen Kommunikation und Vermittlung von Bildern.“

 

Es war ein spannender Abend, mit einem intensiven Austausch, vielen Tipps und ein oder zwei Herri’s. Wir freuen uns schon auf die nächsten Insights!

 

 

 

 

 

Rlvnt Insights-Einblicke in den Alltag einer PR-Agentur

Take a look-get some insights: Unter dem Thema „Diese Skills solltest du mitbringen, um in der PR durchzustarten“ haben wir die ersten rlvnt insights bei uns in der Agentur veranstaltet. Zu dieser Veranstaltung waren einige Studenten des Fachbereiches PR von der Fachhochschule Hannover zu Gast bei uns, um Einblicke in den Arbeitsalltag und Prozesse innerhalb der Agentur zu erhalten.

 

Kein Frontalunterricht, sondern lernen voneinander und miteinander

Zur Veranstaltung erhielten die eingeladenen Studierenden des Studiengangs PR der Fachhochschule Hannover die Möglichkeit, Einblicke in den Arbeitsalltag einer PR Agentur zu erhalten. Der Workshop ist nicht nur eine Fortbildung für die Studierenden, sondern gleichermaßen auch eine Weiterbildung für unser Team, denn vom Austausch von Erfahrungen und Einblick in die Lerninhalte des Studienganges profitieren wir als Agentur gleichermaßen.

 

Von Media Relations und Projektmanagement

Zu Beginn wurden die sechs Studentinnen und ein Student von den beiden Agenturgründern Matthias und Katharina Biebl sowie dem gesamten Team begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde war die erste Thematik des Abends, die Schnelllebigkeit und Dynamik innerhalb der Branche. Dabei vermittelten wir den Studenten auch die Bedeutung sowie Wichtigkeit von Zeit- und Projektmanagement. Beim Rundgang durch die Büroräume erhielten die Studenten anhand einiger ausgewählter Projekte, einen Einblick in die Konzeption und Kreation von Kommunikationsstrategien und Funktionsweisen der verschiedenen Medienlandschaften. Insbesondere zeigten die Studierenden großes Interesse bei den ineinandergreifenden Mechanismen und den verschiedenen Bereichen der PR-Arbeit.

 

Digitalisierung der Schritt in die Zukunft

Anschließend erfolgte die Einführung in die digitale Kommunikation, anhand des Beispiels der Pommes-Party des Kunden McDonald’s Ehmann in Kooperation mit dem TSV Havelse.

So verdeutlichte der Social Media Manager Nils Feuser und der Werksstudentin Anjoula Hummel den zunehmenden Einfluss der Digitalisierung auf die Kundenwünsche und Anforderungen. Dabei hob er hervor: „Es kommt darauf an, authentischen Content zu kreieren sowie langfristige Kommunikation mit starkem Bezug zum Markenkern zu schaffen.“ Zum Abschluss präsentierte Anjoula ein Employer-Branding-Projekt für den Kunden McDonald’s Ehmann, welches sie während ihres sechsmonatigen Praktikums bei rlvnt durchgeführt hat. Die Teilnehmer waren begeistert über die Eigenständigkeit und Verantwortung, die man als Praktikantin in der Agentur erhält.

Bei dem einen oder anderen Herri haben wir dann den Abend ausklingen lassen, mit interessanten Gesprächen über Studieninhalte und präsente Klischees.

 

Ein voller Erfolg mit Aussicht auf Verlängerung

Dies war ein wirklich gelungener Auftakt unserer Serie rlvnt Insights. Auch den teilnehmenden Studierenden war anzusehen, wie sie gedanklich schon an einem der Schreibtische saßen und einige stellten fest, dass sie vielleicht doch eher ein Agentur-Typ seien. Wir freuen uns schon auf die nächsten rlvnt Insights-vielleicht auch wieder mit einigen bekannten Gesichtern.

 

 

 

 

Kommunikationskongress 2017: Wir hätten ein Zeichen setzen können!

Besser hätte der Kommunikationskongress gar nicht beginnen können: Mit EnBW-Chef Frank Mastiaux tritt der CEO eines namhaften deutschen Unternehmens auf die Bühne, der in seiner Eröffnungs-Keynote betont, dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg des erfolgreichen Wandlungsprozess seines Unternehmens war. Ebenso, wie das gute und enge Vertrauensverhältnis zu seinem Kommunikationschef. Bäng, das war ein starker Auftakt und das seltene Bekenntnis eines Vertreters aus der obersten Chefetage, das unserem Selbstverständnis entspricht.

Doch so groß die Begeisterung über Mastiaux’ Vortrag auch war, so wenig ist es uns gelungen, daraus einen Impuls für den Rest der Veranstaltung mitzunehmen. Dies liegt in erster Linie am Format des Kommunikationskongresses selbst, der starr einer vorbereiteten Agenda folgt und noch nicht einmal ein wirkliches Resümee vorsieht. Daran ändern leider auch neue Formate wie die Comms Safari zu spannenden Orten in Berlin nichts.

So ging es in darauffolgenden Diskussionen, Workshops, Best Practice-Präsentationen und Impulsvorträgen im wesentlichen um die wichtige Frage, was relevante (so das diesjährige Leitthema) Kommunikation heute ausmacht. Jedoch blieb die mindestens ebenso spannende Frage weitgehend unbeantwortet, wie es in Unternehmen ohne einen Frank Mastiaux gelingen kann, als Kommunikationsabteilung den Stellenwert zu erreichen, den sie verdient.

Die #PR muss zum #Influencer im eigenen Unternehmen werden.

Gleich mehrfach und aus unterschiedlichen Perspektiven wurde das Thema Influencer Relations behandelt – wie es aber gelingen kann, dass die Kommunikationsabteilung selbst zu einem Influencer im eigenen Unternehmen wird, blieb als Thema außen vor. Und hier geht es um weit mehr, als das gerne diskutierte Verhältnis zwischen Marketing- und Kommunikations-Abteilung.

Machen wir uns nichts vor: Spätestens, wenn es Meinungsverschiedenheiten mit den Juristen im Haus gibt, verlieren die Empfehlungen aus der Kommunikationsabteilung schnell ihre Bedeutung. Sollen Medienanfragen aus Rücksicht auf ein laufendes oder drohendes Gerichtsverfahren mit ‚Kein Kommentar’ beantwortet werden, obwohl eine offene Kommunikation in diesem Moment Vertrauen aufbauen würde? Ist es richtig, bei Produktentwicklung und -beschreibung aus Kostengründen sämtliche rechtlichen Spielräume auszureizen, selbst wenn dies unter kritischen Gesichtspunkten als Verbrauchertäuschung ausgelegt werden könnte? Sollen die Rechte des Unternehmens mit allen Mitteln gegen eine vermeintlich schwächere Partei durchgesetzt werden?

Gerade angesichts neuer Möglichkeiten und Spielregeln in digitalen und sozialen Kommunikationsräumen sowie gestiegener Einflussmöglichkeiten von Verbrauchern und Stakeholdern haben Reputationsrisiken heute eine entscheidende Bedeutung für Unternehmen. Das haben CEOs bereits 2014 in einer von Deloitte durchgeführten Studie zu Protokoll gegeben. Zu einer gravierenden Veränderung in der strategischen Rolle der Unternehmenskommunikation hat dies jedoch nicht geführt.

#Kommunikation ist Teil der strategischen Unternehmensführung.

Die Chancen für die Kommunikationsverantwortlichen, mehr Einfluss auf strategische Unternehmensentscheidungen zu nehmen, waren noch nie so groß wie heute. Oder sich sogar – ebenso wie die Personalchefs vor einigen Jahren – einen Platz in den Vorstandsetagen und Geschäftsleitungen zu erarbeiten.

Das bedeutet aber, die eigene Presseabteilungsnische zu verlassen, Position zu beziehen und gegebenenfalls auf Konfrontation zu gehen. Niemand wird der Kommunikation freiwillig mehr Verantwortung im Unternehmen geben, denn das bedeutet, diese anderswo wegzunehmen.

Die fachliche Diskussion und der argumentative Rückenwind hierfür müssen jedoch vom Verband und der Branche insgesamt ausgehen. Diese müssen den Führungsanspruch formulieren, Argumente liefern und in eine breitere Öffentlichkeit tragen. Der Kommunikationskongress hätte ein idealer und vor allem relevanter Ausgangspunkt sein können. Noch ist es aber nicht zu spät, damit zu beginnen.

 

In eigener Sache:

Dass ein solcher Schritt gelingen kann, habe ich selbst damals in meiner Rolle als Mitglied der Geschäftsleitung bei Danone erleben dürfen: In meiner Verantwortung lagen die Unternehmensbereiche Kommunikation, Nachhaltigkeit, Qualität und Recht – und damit Ressorts, die eine wesentliche strategische Bedeutung für Ansehen und Reputation des Unternehmens haben.