Bei RLVNT.AI wenden wir GEO nicht nur bei unseren Kunden an, sondern entwickeln fortwährend auch unsere eigene Kommunikationsstrategie weiter. Dafür legen wir eigene Zahlen, Daten und Ergebnisse aus unseren Analysen zugrunde. In diesem Artikel dokumentiere ich, welche Maßnahmen wir konkret umgesetzt haben.
Autor: Belal Kayumi | Senior Manager Data, Performance & Impact bei RLVNT.AI
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Was passiert ist — und warum wir das öffentlich zeigen
Ich höre zuletzt immer öfter die Behauptung: Die eigene Website spielt für KI-Sichtbarkeit keine große Rolle mehr; man solle sich stattdessen nur auf Drittplattformen, Reddit, Foren und Social Media konzentrieren. Zumindest für unsere Agentur stimmt das nicht. Und die Daten der letzten sechs Wochen zeigen warum.
Wir tracken täglich über Peec.ai, wie oft RLVNT.AI in KI-Antworten auftaucht – bei ChatGPT, Perplexity und Google AI Overview. Verglichen mit allen Wettbewerbern in unserem Markt ergibt das ein Sichtbarkeits-Ranking: Welche Marke wird von KI-Systemen am häufigsten genannt, welche kaum?
Vor 6 Wochen lagen wir in diesem Ranking auf Platz 18. Heute auf Platz 2.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konkreter Maßnahmen. Welche das waren, erkläre ich so transparent wie möglich in diesem Artikel.
Was wir gemessen haben
Bevor ich zu den Maßnahmen komme, kurz zum Kontext: Was bedeuten diese Zahlen eigentlich?
Peec.ai sendet täglich hunderte von Prompts an verschiedene KI-Modelle. Die Prompts sind dabei so gestaltet, dass sie Fragen von potenziellen Kunden repräsentieren könnten. Schließlich möchten wir wissen, ob wir bei der Suche nach einem geeigneten Anbieter auch gefunden und empfohlen werden. Die Analyse zeigt dabei detailliert wie oft, an welcher Stelle und auf Basis welcher Quellen uns KI finden kann.
Unsere Kennzahlen über den 6-Wochen-Zeitraum (23. April bis 4. Juni 2026):
| Kennzahl | Wert |
| Visibility (Anteil der Gespräche mit RLVNT-Nennung) | 19 % |
| Mentions gesamt | 1.447 |
| Ø Position innerhalb der KI-Antwort | 2,3 |
| Spitzenwert Visibility (30. Mai) | 36 % |
| Stärkste Engine | ChatGPT (53 % aller Mentions) |
| Ø Position bei ChatGPT (innerhalb der Antwort) | 1,8 |
Die Visibility von 19 % bedeutet: In fast jedem fünften KI-Gespräch zu relevanten Themen taucht RLVNT.AI auf. Vor sechs Wochen waren es 7 %.
Neben der Visibilität achten wir auch auf den Platz und die Position. Diese beiden Kennzahlen werden gerne verwechselt, deshalb hier die saubere Trennung:
- Platz 2 (oben) ist unser Rang im Wettbewerbsvergleich — also wie wir gegenüber allen anderen Wettbewerbern im Markt dastehen.
- Position 2,3 (in der Tabelle) ist etwas anderes: Sie sagt, an welcher Stelle innerhalb einer einzelnen KI-Antwort wir durchschnittlich genannt werden, wenn wir auftauchen. Position 1 wäre die erste genannte Marke, Position 2 die zweite, und so weiter. 2,3 heißt: Wenn eine KI uns nennt, dann meist als zweite Marke. Wenngleich diese Rangfolge nicht zwangsläufig mit einer Bewertung durch die KI versehen ist, so hat sie für das menschliche Auge dennoch eine gewisse Implikation.
Die Maßnahmen — was wirklich funktioniert hat
1. Die eigene Website für KI-Crawler freigeben
Was wie eine Kleinigkeit klingt, ist der erste und häufigste Fehler, den ich bei Website-Audits sehe. Viele Websites haben in ihrer robots.txt standardmäßig keine Regeln für KI-Bots — oder schlimmer: blockieren sie (versehentlich) durch pauschale Disallow-Einträge. Dabei ist die robots.txt der erste Kontrollpunkt: Wenn ein KI-Crawler dort kein grünes Licht bekommt, kommt er gar nicht erst rein.
Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Google-Extended ist nicht dasselbe wie der normale Googlebot. Die Google AI Overviews ziehen ihre Inhalte aus dem regulären Google-Index — wer dort sichtbar sein will, braucht also weiterhin klassische Indexierbarkeit über den Googlebot. Google-Extended entscheidet zusätzlich darüber, ob die eigenen Inhalte in Geminis Wissensbasis einfließen dürfen. Beides solltet ihr im Blick haben.
2. Die eigene Website als primäre Wissensquelle aufbauen
Die stärkste Einzelquelle für unsere KI-Markennennungen ist unsere Website rlvnt.de selbst. Die Citation Rate liegt bei 1,56 – das bedeutet: Wenn eine KI unsere Website in einem Gespräch zieht, zitiert sie sie im Schnitt mehr als einmal. Die Seite wird als so relevant bewertet, sodass gleich mehrere Passagen daraus in einer einzigen Antwort auftauchen.
Dass unsere Website so relevant angesehen wird, liegt an drei Dingen:
Klare Themenführerschaft. Jede Seite, jeder Artikel beantwortet eine konkrete Frage, die unsere Zielgruppe stellt. Kein allgemeines „Wir sind eine KI-Agentur“-Marketing. Wir legen unseren Fokus auf die Darstellung der Expertise und fokussieren uns auf die konkreten Fragen unserer Kunden: Was ist GEO? Wie funktioniert KI-Sichtbarkeit? Welche Maßnahmen verbessern sie konkret?
Saubere technische Basis. KI-Crawler wollen einfachen, strukturierten Zugang zu Inhalten erhalten. Möglich ist das über sauberes HTML, klare Überschriftenstruktur, schnelle Ladezeiten.
Eigene Daten und Beobachtungen. Das ist meiner Meinung nach der entscheidende Differenzierungsfaktor, denn KI-Systeme bevorzugen Quellen mit originalem Wissen — Dinge die nirgendwo anders stehen.
3. Glaubwürdige Fremdquellen aufbauen
Neben der eigenen Website sind jedoch auch Wissenschafts-Zitierungen von hohem Wert, um KI von unserer Kompetenz zu überzeugen. Ehrlicherweise ist dies ziemlich anlog wie bei uns Menschen: Eine Quelle wird glaubwürdiger, wenn andere glaubwürdige Quellen auf sie verweisen.
In unserem Fall haben drei Kategorien von Fremdquellen messbar beigetragen:
Branchenmedien mit hoher Citation Rate. Das PR Journal hat in unserem Untersuchungszeitraum eine Citation Rate von 1,07 erreicht. Das bedeutet, dass Artikel von dort direkt von KI zitiert und nicht nur abgerufen werden. Ähnliches gilt für die Quellen kom.de und consulting.de. Wenn diese Medien über RLVNT.AI schreiben, verstärkt das unsere Signalwirkung in KI-Systemen erheblich.
LinkedIn-Content. 212 Retrievals und 100 Citations zeigen ganz klar, dass LinkedIn-Inhalte von KI aktiv als Quelle genutzt werden — vor allem dann, wenn sie konsistent ein Thema bespielen und originäre Perspektiven bieten.
Handelsblatt und reichweitenstarke Publisher. Wenn dort Artikel erscheinen, die uns erwähnen, werden sie breit abgerufen — in unserem Fall sind das 290 Retrievals in diesem Zeitraum. Die Citation Rate ist niedriger, aber die Reichweite ist hoch.
4. Konsistenz über Zeit
Ja, Konsistenz klingt erstmal nach langweiliger Arbeit, aber sie erklärt in unserem Fall, warum der Anstieg so deutlich war. Denn schaut man sich den täglichen Verlauf an, gibt es keinen einzelnen „Moment“ der alles verändert hat. Der Anstieg beginnt um den 5. Mai und festigt sich Mitte Mai. So etwas wie einen viralen Moment gibt es nicht; vielmehr ist es ein konstanter Aufbau über mehrere Wochen hinweg.
KI-Systeme aktualisieren ihre Wissensgrundlage kontinuierlich — besonders die, die in Echtzeit recherchieren wie Perplexity. Regelmäßige, qualitativ hochwertige Inhalte zu einem konsistenten Thema werden mit der Zeit als zuverlässigere Quelle eingestuft.
Welche KI-Engine hat am meisten gebracht?
Die Frage höre ich von Kunden ziemlich oft. Und die Antwort überrascht die meisten.
ChatGPT ist klar vorne. In 53 Prozent aller Antworten, die ChatGPT zu unseren Themen gibt, taucht RLVNT auf. Also in mehr als jeder zweiten. Das ist die Sichtbarkeit, sie sagt nur, wie oft wir überhaupt vorkommen.
Davon getrennt ist die Frage, wie weit vorne wir dann stehen. Da liegt ChatGPT bei einer Durchschnittsposition von 1,8. Heißt, wenn wir genannt werden, dann fast immer als erste oder zweite Option. Diese beiden Zahlen erzählen unterschiedliche Dinge. Die eine, wie oft wir auftauchen. Die andere, wie prominent.
Google AI Overviews ist ein anderer Fall. Die Sichtbarkeit ist dort niedriger, aber die Beschreibungen sind die positivsten von allen. Wir werden da am stärksten mit Kompetenz und Lösung verknüpft.
Perplexity hängt noch hinterher. 11 Prozent Sichtbarkeit, Position 2,9. Solider Anfang, aber da ist Luft nach oben.
Was ich daraus gelernt habe
Die eigene Website ist nie irrelevant. Sie wird nur zum blinden Fleck, wenn sie KI-Crawler blockiert, technisch schwach ist oder thematisch beliebig bleibt. Dann existiert sie weiter, die KI nimmt sie nur nicht wahr. Relevanz und Sichtbarkeit sind zwei verschiedene Dinge.
Und das ist eigentlich der entscheidende Punkt. Einen blinden Fleck kann man beheben. Etwas Irrelevantes würde man aufgeben. Die Seite ist also nicht das Problem, sondern der Hebel.
Für eine Website, die als verlässliche Wissensquelle aufgebaut ist, gilt das Gegenteil. Der Fehler liegt dann nicht im Konzept „eigene Website“, sondern in der Umsetzung.
Was meiner Erfahrung nach wirklich zählt:
- KI-Crawler explizit erlauben (robots.txt)
- Klare, fachlich tiefe Inhalte zu einem Thema — kein Einheitsbrei
- Originäre Daten und Beobachtungen die nur bei euch stehen
- Glaubwürdige Fremdquellen als Verstärker
- Konsistenz über Wochen und Monate — nicht als Sprint, sondern mit System
Wie es weitergeht
Der nächste Schritt für uns ist, die Fremdquellen-Basis zu erweitern. Unsere Abhängigkeit von rlvnt.de als Primärquelle ist gleichzeitig Stärke und Risiko — wenn sich der Algorithmus einer KI-Engine verändert, kann das schnell Auswirkungen haben. Mehr glaubwürdige Drittquellen schaffen hier Stabilität.
Wenn du das für dein Unternehmen verstehen oder angehen willst — schauen wir das gerne einmal gemeinsam mit dir an. Jetzt GEO-Gespräch buchen
Über den Autor
Belal Kayumi beschäftigt sich mit Generative Engine Optimization seit dem Thema überhaupt einen Namen hat. Er hilft Unternehmen aus der Industrie, dem Finanzsektor und der Unternehmenskommunikation dabei, in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar zu werden – technisch wie inhaltlich. Seine Arbeit umfasst GEO-Audits, die Entwicklung zitierfähiger Content-Strukturen und die Implementierung technischer Grundlagen wie Schema-Markup, KI-Crawler-Konfiguration und llms.txt. Parallel lehrt er Digital Marketing an der Leibniz FH Hannover und ist Co-Autor des GEO-Leitfadens im PR Report, dem Leitmedium für Kommunikationsverantwortliche im DACH-Raum. Seine Überzeugung: Wer heute nicht in KI-Antworten auftaucht, verliert morgen Marktanteile – still und ohne es zu merken.
Auf LinkedIn teilt er regelmäßig praxisnahe Beobachtungen zu GEO und KI-Sichtbarkeit – was funktioniert, was nicht und was die Theorie verschweigt.



